Weißer Holunder

Mit der Hollerblüte beginnt bei uns der meteorologische Sommer. Pollen-AllergikerInnen wissen, dass genau zu dieser Zeit die Beschwerden am stärksten sind. Das liegt aber nicht am Holunder, sondern daran, dass genau zu dieser Zeit die Gräserblüte ihren Höhepunkt erreicht. Der Holunder, oder hierzulande Holler genannt, gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Wild- und Heilpflanzen.

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Aus den Blüten kann man – mit Wasser, Zucker und Zitronensaft oder -säure eingekocht – einen köstlich erfrischenden Sirup machen. Die ausgebackenen Hollerblüten sind bei uns im Mühlviertel nach wie vor sehr beliebt. Dafür werden die schönen Doldenblüten in Backteig getaucht und im Fett schwimmend gebacken bis sie goldgelb und schön knusprig sind.

Der Tee aus getrockneten Hollerblüten wirkt schweißtreibend und wird gerne bei (beginnenden) Erkältungen getrunken. Ebenso der Saft aus den reifen Hollerbeeren. Ich gieße ihn gerne mit heißem Wasser auf und wärme mich an kühlen Herbst- und Winterabenden damit.

Sehr alte Hollerstauden, so wie ich sie im Garten habe, bieten noch eine weitere Besonderheit, die vielleicht nicht ganz so bekannt ist: Auf den alten Hollerstämmen wächst ein Pilz, den man ganzjährig ernten und essen kann.

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Sein Name ist (in unserem christlich geprägten Kulturraum) Judasohr und wie man auf den Fotos sehen kann, erinnert die Form dieses Pilzes tatsächlich ein wenig an eine Ohrmuschel. Er wird bei uns kaum verwendet, aber in der chinesischen Küche sehr wohl. Dort trägt er den schönen Namen Mu Err = Holzohr oder Baumohr oder auch Wolkenohrenpilz, was mir ganz besonders gefällt 🙂

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Nach der Ernte muss man das Judasohr einige Stunden in Wasser einweichen, am besten über Nacht. Dann wird es weich und etwas „knorpelig“ und kann weiterverarbeitet werden. Es schmeckt ziemlich neutral, enthält aber wertvolle Spurenelemente (Magnesium, Kalium, Eisen, Silicium, Vitamin B1 und Phosphor).

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Falls du am bevorstehenden Pfingstwochenende an einer ehrwürdigen alten Hollerstaude vorbeikommen solltest, kannst du ja mal nachschauen, ob du solche kleinen Bewohner findest. Ich kann mich erinnern, dass meine Großmutter früher  sagte, vor einer Hollerstaude solle man immer den Hut ziehen – so sehr wurde diese Pflanze wertgeschätzt.

Ich wünsche dir ein frohes und sonniges Wochenende!

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