Zwischenbilanz

Heute möchte ich ein paar Gedanken zu den Veränderungen in meinem Alltag nach der Hashimoto-Diagnose mit dir teilen, denn vielleicht ist der eine oder andere Hinweis dabei, der auch dir nützlich sein könnte.

Elke Sackel 10

In meinem Fall begann alles mit einem großen Chaos und viel Verunsicherung. In den zwei Jahren vor der Diagnose hatte ich schon ganz deutliche Beschwerden, die ich jetzt rückblickend mit Hashimoto in Zusammenhang bringen kann. Ich war phasenweise extrem müde, antriebslos, oft melancholisch bis frustriert. Die Nahrungsmittelunverträglichkeiten wurden immer mehr, brennende und juckende Mundschleimhäute waren fast schon Normalzustand. Obwohl ich immer weniger essen konnte, nahm ich rasch zu. In der Nacht traten immer öfter Schwindelanfälle auf, die mir Angst machten. Wiederkehrende Entzündungen im Körper traten in immer kürzeren Abständen auf und die häufige Einnahme von Antibiotika belastete meinen Körper zusätzlich. Und schließlich kamen dann über den Sommer 2016 immer mehr Atembeschwerden dazu. Das war der Punkt, an dem ich mich gemeinsam mit meinem Hausarzt endlich ernsthaft auf die Suche nach den Ursachen machte.

Das große Blutbild war der Anfang und die Schilddrüsenwerte der erste konkrete Hinweis. Schon wenige Tage später hatte ich die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis mit massiver Schilddrüsenunterfunktion. Ich begann mit der Einnahme des Schilddrüsenhormons. Wieder wenige Tage später eskalierten meine Atembeschwerden. Ich verbrachte einen Großteil des Allerheiligen-Wochenendes in verschiedenen Notaufnahmen und bekam dann kurz darauf noch die Diagnose Allergisches Asthma und Aspergillom in der Kiefernhöhle, das die Allergie stark vorangetrieben hatte.

Die Zeit bis Weihnachten verbrachte ich in einer Art Schockstarre. Die Tage und Wochen waren vor allem damit ausgefüllt, die Atemprobleme in den Griff zu bekommen und das Aspergillom bis zum OP-Termin in Schach zu halten. Hashimoto bekam kaum Aufmerksamkeit.

Im Dezember war ich dann zum ersten Mal bei einem guten Homöopathen, dem ich meine ganze Geschichte erzählte. Er gab mir am Ende der Sitzung eine Hochpotenz, ohne mir zu sagen, welches Mittel es war. Ich sollte einfach beobachten, was sich verändert und in vier Wochen wiederkommen. In den ersten Tagen bemerkte ich eine Symptomverschlechterung. Dann wurde ich langsam etwas entspannter und in der dritten Woche wurde ich selber aktiv. Ich fand schnell das Buch von Datis Kharrazian, von dem ich dir schon früher erzählt habe.

Ich hatte ein paar Kilo abgenommen, seit ich das künstliche Hormon nahm, aber nach ca. 5 oder 6 Wochen stand mein Gewicht wieder und ich hatte auch das Gefühl, als wäre mein Stoffwechsel wieder völlig „eingefroren“, so wie vor der Einnahme des Hormons.

Zum Jahreswechsel stellte ich meine Ernährung auf vegan und glutenfrei um – davon habe ich dir schon viel erzählt. Schon in den ersten Tagen waren die Beschwerden der Mundschleimhäute verschwunden. Ich fühlte mich wirklich schlagartig besser, als ich keine glutenhaltigen Lebensmittel mehr zu mir nahm. Und ich begann, wieder abzunehmen.

Gegen Ende Jänner war ich schon um einiges leichter und beweglicher. Ich begann mit einem Yoga-Kurs, weil ich vor dreißig Jahren einmal eine Yoga-Phase hatte, die mir in sehr guter Erinnerung geblieben war. Das war das Beste, was ich tun konnte! Ich habe seither keinen einzigen Tag ausgelassen (außer zwei Tagen im Krankenhaus nach meiner OP). Ich übe am Morgen und am Abend ca. 30 Minuten und wenn ich Lust und Zeit habe, mache ich auch tagsüber hin und wieder ein paar Übungen.

Im Februar behielt ich dieses Programm bei, die Kilos wurden weniger, beim Yoga fiel mir alles immer leichter und auch das Asthma hielt sich sehr in Grenzen. Zur Unterstützung fuhr ich weiterhin regelmäßig zum Homöopathen (1 x im Monat) und zur Lymphdrainage (1 x wöchentlich), um meine Kiefernhöhle zu entlasten.

Am 9. März war es endlich soweit: Die OP wurde gemacht, das Aspergillom entfernt und ich hatte wirklich geglaubt, ich würde danach keine oder nur mehr wenige Atembeschwerden haben. Dies war leider ein Irrtum! Durch den Eingriff gelangten vermutlich noch einmal viele Allergene über Blut und Schleimhäute in meinen Organismus und lösten einen ganz heftigen Asthma-Schub aus. Dazu kam, dass inzwischen die Pollensaison eingesetzt hat und meine frisch operierte Nase sich davor nicht ausreichend erholen hatte können. In den vergangenen vier Wochen konnte ich den Asthma-Zug nicht stoppen, bis ich vor drei Tagen mit einer (zusätzlichen) Cortison-Einnahme begonnen habe. Ich hoffe, dass mein Lungenarzt morgen eine bessere Idee hat …

Warum ich dir das heute so ausführlich erzählen wollte? Das, was ich dir mitgeben möchte, ist: Bleib einfach dran! Obwohl die Sache mit meinem Asthma ein zusätzliches Problem ist, bin ich fest überzeugt davon, dass die Ernährungsumstellung und die tägliche Yoga-Praxis das Allerbeste sind, was ich gegen die Hashimoto-Beschwerden machen kann. Beides entlastet das Immunsystem enorm. Ich glaube nicht, dass dieses Zusammentreffen von zwei oder mehr Belastungen etwas ist, das nur mich betrifft. Im Gegenteil: Wir sind alle sehr oft in Situationen, in denen wir an verschiedenen „Fronten“ kämpfen müssen – umso wichtiger ist es, dass wir dort, wo wir selber aktiv werden können, unsere Möglichkeiten nicht ungenutzt lassen. Es kann manchmal länger dauern, es kann uns wirklich fordern und an unsere Grenzen bringen, aber lassen wir uns nicht entmutigen.

Ich wünsche dir ganz viel Energie und Motivation für deinen persönlichen Hashimoto-Weg und ich freue mich, wenn ich dir hier jeden Tag einen kleinen Anstupser geben kann 🙂

 

 

 

 

 

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