Wieder daheim

Na also, es ist überstanden. Und ob du’s glaubst oder nicht, es gab tatsächlich einen leichten Abschiedsschmerz, denn ohne Herrn Aspergillus hätte ich bestimmt vieles von dem, was mir eine ganz neue Lebensqualität gebracht hat, nicht so konsequent umsetzen können.

Die Sorge wegen der Verpflegung im Krankenhaus war völlig unbegründet. Erstens war ich ohnehin nur ganz kurz dort und zweitens hat man sich ausgesprochen liebevoll und sorgfältig um meine Ernährungsbedürfnisse gekümmert. Sogar eine Diätassistentin hat mich besucht! Mit ihr konnte ich ein äußerst interessantes Gespräch über Hashimoto und Ernährung führen. Der Zusammenhang zwischen Hashimoto Thyreoiditis und Glutensensitivität war ihr durchaus bekannt, keinerlei Zweifel. Sie hat aber erzählt, dass es für sie und ihre KollegInnen noch schwierig ist, dieses Thema mit den Patienten gut zu kommunizieren. Es gibt da nämlich ein Diagnoseproblem:

Sehr viele Hashimoto-Patienten haben zugleich Zöliakie (knapp 20 %). Wenn man nun empfiehlt, den Verzehr von glutenhaltigen Nahrungsmitteln zu reduzieren  und die Beschwerden anhalten, dann müsste man auf Zöliakie testen. Dann können aber die entsprechenden Werte durch eine Einschränkung des Glutenverzehrs schon so niedrig sein, dass der Zöliakie-Test negativ ausfällt, obwohl eine Zöliakie besteht. Das wäre natürlich schlimm. Umgekehrt wäre es aber auch nicht fein, wenn man einem Hashimoto-Patienten  automatisch empfehlen würde, sich ganz strikt ohne Gluten zu ernähren, obwohl eine moderatere Einschränkung für ihn unter Umständen ausreichen würde.

Das war für mich ein ganz neuer und auf jeden Fall sehr interessanter Aspekt. Bei mir ist das nämlich auch so: Wenn ich jetzt genau wissen möchte, ob ich Zöliakie habe, müsste ich drei Monate lang wieder Gluten essen (mit allen dazugehörigen Nebenwirkungen) und erst dann wäre ein Test auf Zöliakie sinnvoll.  Ein Glück, dass ich ohnehin nicht vorhabe, wieder glutenhaltige Nahrungsmittel zu essen, denn diese Leichtigkeit, die ich mit meiner neuen Ernährung erleben darf, möchte ich nicht mehr missen.

Résumé: Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz kann ich voll und ganz empfehlen! Die Organisation war perfekt, das Tempo der Abläufe fast atemberaubend und die Stimmung total entspannt und freundlich. Trotzdem bin ich glücklich, dass ich wieder daheim bei meinen Lieben bin (den zweibeinigen und den vierbeinigen 🙂 )

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