Ordnung – Teil 2

Letztens haben ich dir von meinen Gedanken über die emotionale Ordnung erzählt. Diesmal geht es um die äußere Ordnung und die Ordnung im Denken.

Ich bin kein besonders ordentlicher Mensch, im Gegenteil: Es fällt mir manchmal schwer, Ordnung zu halten. Bei meiner Arbeit mit der Kunst verwende ich ständig verschiedene Materialien, Papier, Pigmente, Tusche, Holz – ich probiere alles mögliche aus, verwerfe es wieder, probiere neu und produziere dabei Chaos. Kurzfristig halte ich das auch gut aus, vor allem Chaos, das nicht in meiner unmittelbaren Nähe ist, finde ich oft sogar äußerst inspirierend. Ich habe da so eine bestimmte Vorliebe für verlassene Gebäude … aber das ist eine andere Geschichte.

lucca
Foto: C Peter Sackel

Als es mir letzten Herbst eine Zeit lang richtig schlecht ging und sich eigentlich alles nur darum drehte, ob der nächste Atemzug gelingt oder nicht, war die äußere Ordnung plötzlich für mich absolut unverzichtbar. Der Asthmaspray in Reichweite, Tabletten, Wärmeflasche, Inhalationsgerät im Blickfeld, nicht die geringste Unordnung in der Küche – ein angeschimmelte Mandarine hätte mich augenblicklich in Panik versetzt. Penible Ordnung war eine Zeit lang der letzte Ausweg vor dem völligen Kontrollverlust.

Inzwischen sehe ich das zum Glück wieder wesentlich entspannter. Aber eine gewisse Sympathie für eine aufgeräumte Umgebung und vor allem die Ordnung im Denken sind seit dieser Erfahrung geblieben.

Die Sprache kann sehr wirkungsvoll Ordnung in die Gedanken bringen. Ein Beispiel: Allergien aller Art. Hashimoto-Menschen kennen das Thema in- und auswendig. Wenn wieder einmal alle Symptome gleichzeitig auftreten, drehen sich die Gedanken im Kreis. Was könnte der Auslöser sein, was habe ich gegessen (Nüsse, Käse, rohes Obst?), was getrunken (Kuhmilch womöglich?), wo habe ich mich aufgehalten (Hundehaare, Pollen, Schimmelpilze?) und so weiter und so fort. Zwei einfache Begriffe können das Chaos ein wenig bändigen: nutritiv und inhalativ.

Die nutritiven Allergene – also alles, was als Nahrung aufgenommen wird – sind die eine Gruppe der „Verdächtigen“,

und die inhalativen – also alles was aus der Luft in die Atemwege gelangt – sind die zweite wichtige Gruppe.

Wenn ich diese beiden Gruppen auseinanderhalte, wird die Sache schon etwas übersichtlicher. Ich glaube, ich werde diese kleine Reihe über die Ordnung noch etwas fortsetzen.

Übung des Tages: Ich möchte heute versuchen, mir so oft wie möglich die Erlaubnis ins Gedächtnis zu rufen. Einfach meine Gedanken sanft einfangen und immer wieder in die Gegenwart bringen. Ich mache, was ich mache und ich nehme mir ausreichend Zeit dafür.

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4 Kommentare zu „Ordnung – Teil 2

  1. Wenn ich dich so lese, dann frage ich mich natürlich warum Menschen mit Hashimoto sich so ähnlich sind? Doch eine psychische Komponente beim Krankheitsbild dabei?
    Viele fragen sich auch, ob sie hochsensibel sind.
    Zum Thema Ordnung denke ich, dass ein kreativer Mensch mehr Unordnung macht, weil er mehr tut und ob immer die Kraft da ist auch wieder Ordnung zu schaffen, das hängt von der Tagesverfassung ab. Manchmal gehen die Wünsche und Ideen im Kopf weit über das hinaus, was der Körper noch schaffen kann und man muss sich entscheiden…schaffe ich etwas Schönes (Kunst und Handwerk) und habe Unordnung oder erhalte ich nur die Ordnung ( Alltag und Haushalt)…oder „bin“ ich heute nur mal.
    LG Rosenhölzchen

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    1. Ich kenne noch gar nicht so viele Menschen mit Hashimoto – aber einen gewissen Anteil hat die Psyche immer, glaube ich. Sensibilität und die Angst, nicht „dazu zu gehören“ können zumindest auch dazu führen, dass man sich jahrelang gegen die eigenen Bedürfnisse ernährt oder verhält.
      Ja, und da hast du auch völlig recht: Manchmal gehen die Wünsche weit über das Machbare hinaus. Da muss man aufpassen, dass man sich nicht plötzlich selbst blockiert und nichts mehr anfängt, weil man sich das Ganze gar nicht mehr zutraut. Aber auch hier helfen mir die vegan/glutenfreie Ernährung und vor allem Yoga. Durch die für mich bekömmlichere Nahrung bin ich bei Weitem nicht mehr so müde wie früher und durch Yoga werden die alltäglichen Bewegungen immer müheloser.
      Das schafft irgendwie „innen“ Ordnung, „außen“ ist dann gar nicht mehr so wichtig.

      Danke für deinen Beitrag, Rosenhölzchen. Sag, bekommst du eigentlich eine Mail zu meiner Antwort, oder muss ich da noch etwas anders einstellen?

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      1. Die Antwortmail habe ich nicht bekommen. Es ist auch ein bissl mühsam immer Mailadresse und Namen eingeben zu müssen, vielleicht gibt es da auch eine Vereinfachung? Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm.
        LG

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